Jagdverband Senftenberg

Die vorhandenen Jagdgesellschaften blieben bestehen, es wurden

  • neue Vorstände nach demokratischen Regeln in geheimer und offener Abstimmung gewählt,

  • eine Satzung beschlossen und

  • als eingetragener Verein geführt.

Die im Altkreis Calau bestehenden 14 Jagdgebiete mit Größen von 1.500 bis 5.000 ha und einer damaligen Gesamtgröße von etwa 47.000 ha wurden zunächst weitergeführt und durch den staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Lübbenau bewirtschaftet.

Der aus der DDR stammende Jagdbeirat wurde aufgelöst, an seiner Stelle trat vorübergehend ein so genannter „jagdlicher Rat“. Er bestand aus den 5 neu gewählten Leitern der Jagdgesellschaften und wurde geleitet durch den Sekretär der Jagdbehörde des Kreises.

Abgelöst wurde die Organisationsform 1992 durch Bildung des Landesjagdverbandes (LJVB) und des Kreisjagdverbandes (KJVB).

Beratungen zur Gründung des LJVB fanden Mitte 1990 in Bad Saarow satt. Dort trafen sich u.a. jeweils 3 Vertreter der ehemaligen Bezirke Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam. Die Vertreter des ehemaligen Bezirkes Cottbus waren Ofm. J. Bürger, Direktor des StFB Lübben, Ofm. G. Jonscher, Sekretär der Bezirksjagdbehörde und Obf. D. Stolpe, Sekretär der Kreisjagdbehörde Calau. Im April 1991 wurde in Potsdam der LJVB Brandenburg gegründet.

Im Jahre 1991 wurden gleichzeitig im Kreis Calau 52 Jagdgenossenschaften gegründet,die die Voraussetzung waren für die Umwandlung des DDR-Rechts in gültiges Bundesjagdrecht.

Das war ein schwieriger Prozess, da sehr viele Grundeigentümer durch die Kollektivierung der Landwirtschaft die Bindung zu ihrem Eigentum verloren hatten. Mit viel Fleiß und Mühe aller Beteiligten war Anfang des Jahres 1992, noch vor dem Erscheinen des 1. Brandenburger Jagdgesetzes, diese Aufgabe vollbracht.

Am 3. März 1992 wurde dann vom Landtag das 1. Jagdgesetz des Landes Brandenburg verabschiedet.

Die Zeit von 1990 bis 1992 war sowohl für die kommunale Verwaltung als auch für die gesamte Jägerschaft eine anstrengende Zeit voller Zweifel, da zu diesem Zeitpunkt noch 1/3 DDR-Jagdrecht und 2/3 Bundesjagdrecht galten. Es bedurfte vieler Erklärungen und Beratungen um mit den Gesetzesvorschriften nicht in Konflikt zu geraten.

Gleichzeitig änderte sich auch das Waffenrecht, Die „volkseigenen Jagdwaffen“ die bisher als Grundmittel zum StFB Lübben gehörten, wurden zum Zeitwert an Jäger, die einen Antrag stellten, veräußert.

Ein weiterer Höhepunkt in dieser bewegten Zeit, war die Ausstellung des Bundesjagdscheines gegen Vorlage der Jägerprüfungsurkunde und die Zurücknahme der DDR-Jagderlaubnis.

Die Gründung des Kreisjagdverbandes Calau e.V. (jetzt OSL-Nord) im Jahre 1992 und die Wahl des Wdgen R. Meißner als Kreisjägermeister – unserem heutigen Ehrenvorsitzenden- sowie die Gründung von 5 Hegegemeinschaften unter Auflösung der Jagdgesellschaften waren weitere historische Höhepunkte.

1994 wurde der unteren Jagdbehörde Calau zusätzlich die Aufgabe der Unteren Fischereibehörde, zuständig für etwa 1.600 Angler und 250 Berufsfischer übertragen

Ein neuer Jagdbeirat sowie Jägerprüfungskommission wurden gebildet. Hauptaufgabe der Unteren Jagdbehörde in der Zeit von 1992 bis 1994 war die Bildung und Genehmigung von Jagdbezirken, sowie die Prüfung und Genehmigung von Jagdpachtverträgen unter Einbeziehung des Jagdbeirates.

Gegenwärtig bestehen im Altkreis Calau 5 Hegegemeischaften: Heideland, Calau, Bergbau, Spreewald und Altdöbern mit insgesamt 100 Jagdbezirken. Diese setzen sich aus 47 Pachtbezirken der Gemeinden, 42 Eigenjagdbezirken und 11 Verwaltungsjagdbezirken zusammen.